Die Koibalensteppe ist meine Heimat. Zwischen Abakan und Jenissei liegen hier trockene Steppenflächen, Seen, sumpfige Wiesen und Schilfbestände nebeneinander. Der Wert dieses Ortes liegt in ihrem Zusammenspiel. Wasser erhält die Seen und feuchten Senken, Pflanzen bieten Schutz und Nahrung, Vögel finden Plätze zum Brüten und zum Rasten auf ihren langen Wanderungen.

Im Zentrum der Steppe liegt das Gebiet Sorokaosjorki: ein altes Flussbett des Jenissei mit einer Kette kleiner Gewässer. In einer Studie von 2015 beschrieben die Ornithologinnen Tatjana Geld und Tamara Slotnikowa hier mehr als hundert Vogelarten, darunter 28 Arten aus Roten Listen unterschiedlicher Ebenen. Für Jungfernkranich, Rohrdommel und Bartmeise war das Gebiet eines der wichtigsten Brutgebiete in Chakassien.18

Die Autorinnen der Studie führten Sorokaosjorki in der „Schattenliste“, also der Vorschlagsliste, der Feuchtgebiete nach der Ramsar-Konvention auf. Das bedeutet, dass das Gebiet als Kandidat für einen internationalen Schutzstatus galt; es besaß diesen Status damit noch nicht.18

Auf den Seen leben Rostgänse, Stockenten, Blässhühner, Lappentaucher und Graureiher. Zu den nachgewiesenen seltenen Vögeln gehören Schwanengans, Zwergschwan und Zwergsumpfhuhn. In den umliegenden Lebensräumen leben Steppeniltis, Feldhase, Dachs und Bisam. Hinter jedem Namen steht ein bestimmter Bedarf an Wasser, Nahrung, Schutz und Raum.19

Ein See mit Schilfufern im Gebiet Trjochosjorki, Berge im HintergrundVergrößern ↗
Das Gebiet Trjochosjorki im Frühjahr. Foto aus dem Archiv des Projekts „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“, 2020.

2020 wurde hier das regionale Naturschutzgebiet „Seen der Koibalensteppe“ in der russischen Schutzgebietskategorie Sakasnik eingerichtet. Es umfasst die Seen Ptitschje, Sobatschje und Saliwnoje, kleine zeitweilige Gewässer, Abschnitte von Bewässerungskanälen, sumpfige Wiesen und Steppenflächen auf insgesamt 1.261 Hektar.1920 Das ist weder die gesamte Koibalensteppe noch das ganze Gebiet Sorokaosjorki, sondern ein bestimmtes Schutzgebiet innerhalb dieses natürlichen Systems.

Die Staatliche Universität Chakassien, die an der Vorbereitung des Schutzgebiets beteiligt war, erklärte die Auswahl des Gebiets sehr deutlich: Aufgenommen wurden drei Seen von Sorokaosjorki, die zum Zeitpunkt der Schutzgebietsausweisung außerhalb der den Kohleunternehmen zugewiesenen Flächen lagen — Ptitschje, Sobatschje und Saliwnoje.20

Für mich liegt in diesen Worten der Preis dessen, was hier geschieht. Kohlelizenzen und Flächenzuweisungen kamen in ein Gebiet, in dem längst Leben war. Nun wird hier für die Kohleförderung die Erde aufgebrochen und Grundwasser abgepumpt. Damit verändert sich das System, von dem Seen, Weiden, Tiere und Menschen abhängen.

Am 6. Januar 2020 kam ich hierher, um die „Kohledrachen“ zu filmen. Die Kamera hielt dunkle Fahnen über dem Industriegelände und Staub auf dem Schnee fest. Unter der Erde vollzog sich jedoch eine andere Veränderung, die die Kamera nicht zeigen konnte: Die Absenkungstrichter zweier Tagebaue hatten sich bereits zu einem kilometerweiten Gebiet mit abgesenktem Grundwasserspiegel vereinigt.

An diesem Tag zeigte uns der Landwirt Denis seinen Hof. Er hatte etwa dreihundert Schafe und einige Pferde. Er sprach nicht nur über den Staub und das Land, das die Tagebaue beanspruchten. Er sagte, dass aus den Brunnen und öffentlichen Wasserzapfstellen immer weniger Wasser verfügbar war.

Damals war das die Aussage eines Menschen, der neben dem Kohlebergbau lebte. Heute lässt sie sich mit staatlichen hydrogeologischen Bulletins, Projektunterlagen und Überwachungsergebnissen vergleichen.

Ein solches Gebiet nennt man einen Absenkungstrichter.

Er sieht nicht wie ein Loch im Boden aus. Er hat keinen sichtbaren Rand. Doch in seinem Inneren verändern sich Wasserstände und Fließrichtungen. Wasser, das oberflächennahe Grundwasserleiter, Seen und feuchte Senken speisen könnte, fließt zur Tagebaugrube, aus der es Pumpen herausholen.

Ein amtliches Bulletin des staatlichen Untergrundmonitorings berichtete, dass sich die Absenkungstrichter der beiden benachbarten Tagebaue Arschanowski und Majrychski spätestens 2018 vereinigt hatten. Die Fachleute konnten ihre Einflüsse nicht mehr voneinander trennen. Das gemeinsame Absenkungsgebiet erstreckte sich etwa acht Kilometer von Westen nach Osten und 4–4,2 Kilometer von Süden nach Norden.1

Diese Untersuchung ist der Versuch, den Weg des Wassers nachzuzeichnen: vom Grundwasserleiter zur Wasserhaltung im Tagebau, von der Wasseraufbereitung zur Einleitstelle, von den amtlichen Zahlen zu Brunnen, Weiden und Seen der Koibalensteppe.

Natalia Zubkova in der Koibalensteppe vor einem IndustriegeländeVergrößern ↗
Natalia Zubkova in der Koibalensteppe, 6. Januar 2020. Im Hintergrund sind zwei Fahnen über dem Industriegelände zu sehen.

Was sich feststellen ließ

  1. Die täglich abgepumpte Wassermenge des Tagebaus Majrychski stieg von 7,340 Tausend Kubikmetern pro Tag im Jahr 2017 auf 14,344 Tausend im Jahr 2020 — also auf fast das Doppelte.12
  2. Die Absenkungstrichter von Majrychski und Arschanowski vereinigten sich zu einem gemeinsamen Gebiet abgesenkter Grundwasserstände von etwa 8 × 4–4,2 Kilometern.1
  3. 2018 betrug die bekannte gemeinsame Fördermenge der beiden Wasserhaltungen 20,481 Tausend Kubikmeter pro Tag — etwa 7,48 Millionen Kubikmeter im Jahr.1
  4. Die Abbauarbeiten von Majrychski fanden etwa 600 Meter südwestlich des Turpanje-Sees statt. Fachleute brachten die östliche und nordöstliche Grenze des Absenkungstrichters mit dem See und dem Kanal R-1-1 in Verbindung, verlangten zugleich aber weitere Untersuchungen, um diesen Zusammenhang zuverlässig zu bestätigen.1
  5. Staatliche Bulletins dokumentierten Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers im Kohleabbaugebiet. 2017 wurden bei Majrychski Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentrationen für Eisen, Natrium, Erdölprodukte, Fluoride und den Gesamtgehalt gelöster Stoffe verzeichnet; 2018 wurde Arsen in Höhe des 1,5-Fachen der zulässigen Höchstkonzentration gemeldet.12
  6. 2022 berichtete die Regierung Chakassiens über Überschreitungen mit einer Tendenz zum Eintrag von Phenolen, Sulfaten, Arsen und Fluoriden in den Abakan an der Einleitstelle der Tagebauwässer von Majrychski.3
  7. Eine durchgehende Reihe von Wasserständen in Brunnen und Bohrbrunnen von Arschanowo und Schalginow, mit der sich die Berichte der Bevölkerung mit der jährlichen Entwicklung des Absenkungstrichters vergleichen ließen, wurde in öffentlich zugänglichen Quellen nicht gefunden.

Der letzte Punkt hebt die ersten sechs nicht auf. Er zeigt, welche Beobachtungen einen so großen Eingriff in den Wasserhaushalt der Steppe hätten begleiten müssen und welche Daten jetzt offengelegt werden müssen.

Was ist ein Absenkungstrichter?

Ein Tagebau durchschneidet wasserführende Gesteine. Wird das Wasser nicht abgepumpt, strömt es in die Grube und behindert den Abbau. Pumpen halten den Wasserspiegel unterhalb der Arbeitsebene des Tagebaus.

Dadurch entsteht um die Grube ein künstliches hydraulisches Gefälle. Das Grundwasser beginnt zum Gebiet des abgesenkten Wasserspiegels zu fließen. Verbindet man gedanklich die Messpunkte des Wasserspiegels rund um den Tagebau, ergibt sich eine eingesenkte Fläche — der Absenkungstrichter.

Erklärendes Schema des gemeinsamen Absenkungstrichters zweier Kohletagebaue in der KoibalensteppeVergrößern ↗
Erklärendes Schema des gemeinsamen Absenkungstrichters von Majrychski und Arschanowski. Es ist weder eine gemessene Karte seiner Grenzen noch ein berechneter hydrogeologischer Schnitt. Höhen und Entfernungen sind schematisch dargestellt.

Seine Entwicklung hängt ab von:

  • Tiefe und Fläche der Abbauarbeiten;
  • Förderrate und Dauer der Wasserhaltung;
  • Wasserdurchlässigkeit der Gesteine;
  • wasserstauenden Schichten und Störungen;
  • Verbindungen zwischen verschiedenen Grundwasserleitern;
  • Nachspeisung durch Niederschläge, Flüsse, Seen und Bewässerungskanäle;
  • der Wasserhaltung benachbarter Betriebe.

Anfangs entnehmen die Pumpen einen großen Teil des Wassers aus den Vorräten des Grundwasserleiters selbst. Mit fortschreitender Wasserhaltung verändern sich die Strömungen: Der Tagebau kann Wasser abfangen, das zuvor in einen Fluss, einen See oder eine feuchte Senke austrat. Die Wirkung kann zeitverzögert eintreten und nach einer Änderung des Pumpbetriebs fortbestehen. Dieser Mechanismus ist in hydrogeologischen Übersichtsarbeiten des Geologischen Dienstes der USA ausführlich beschrieben.4

Ein Absenkungstrichter ist kein Einbruch im Boden. Er bezeichnet ein Gebiet mit abgesenktem Grundwasserspiegel. Er kann bestehen, ohne dass an der Oberfläche ein auffälliger Riss oder eine Grube sichtbar ist. Bodensenkungen sind ein eigener Vorgang: Sie sind dort möglich, wo die Wasserabsenkung zur Verdichtung kompressibler, wassergesättigter Ablagerungen führt. In den gefundenen Unterlagen gibt es keine Messungen, anhand deren sich feststellen ließe, dass die Wasserhaltung bereits Bodensenkungen in der Koibalensteppe verursacht hat.

Ein Absenkungstrichter wird nicht anhand eines Eindrucks oder eines einzelnen trockenen Brunnens bestimmt. Dafür braucht es Grundwassermessstellen, regelmäßige Wasserstandsmessungen, Geländehöhen, Angaben zur Tiefe der Filterstrecken, Fördermengen und eine Karte der Grundwassergleichen — Linien gleicher Grundwasserhöhe.

Genau ein solches staatliches Beobachtungssystem erfasste die Vereinigung der Absenkungstrichter von Majrychski und Arschanowski.

Eine Steppe, in der Wasser immer ein verbundenes System war

Die Koibalensteppe liegt zwischen Abakan und Jenissei. Sie ist ein trockenes Steppengebiet, in dem der größte Teil der Niederschläge in der warmen Jahreszeit fällt und oberflächennahes Grundwasser für Seen, Vegetation, Weiden und Landwirtschaft von Bedeutung ist.

Die Projektunterlagen für den Trocknungskomplex von Majrychski beschreiben den nördlichen Teil der Steppe als Tal alter Flussläufe des Jenissei und des Abakan mit zahlreichen Seen. Der größte ist der flache Turpanje-See mit einer Tiefe von höchstens drei Metern. Das Okelkol-System besteht aus etwa zehn sehr flachen Seen in einer gemeinsamen, ungefähr zwei Kilometer langen und etwa 500 Meter breiten Talung. Nach den Projektunterlagen wurden sie von Schneeschmelze, Niederschlägen und hoch anstehendem Grundwasser gespeist.5, PDF-S. 17–18

Der Grundwasserspiegel im alluvialen Grundwasserleiter liegt in diesem Teil der Steppe meist höchstens drei bis vier Meter unter der Geländeoberfläche. Die Sande und Kiese, in denen das Wasser vorkommt, sind stark wasserdurchlässig. Der Grundwasserleiter wird durch Niederschläge, Hochwasser der Flüsse und in erheblichem Umfang durch Versickerung aus Bewässerungskanälen gespeist. Das Wasser in den unterkarbonischen Ablagerungen ist hydraulisch mit dem oberflächennahen Grundwasser verbunden.5, PDF-S. 20–21

Der Koibaler Hauptkanal durchzieht die trockene SteppeVergrößern ↗
Der Koibaler Hauptkanal. Foto aus dem Archiv des Projekts „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“, 2020.

Das bedeutet: Tagebau, See, Kanal und flacher Bohrbrunnen können hier nicht getrennt betrachtet werden. Sie können zu demselben verbundenen Wassersystem gehören.

Schon vor den Tagebauen gab es hier große Veränderungen

Die Koibalensteppe war vor dem modernen Kohlebergbau keine hydrologisch unberührte Landschaft.

Ein technischer Bericht der OOO „Minusinski Gidrogeolog“ von 2017, der den Unterlagen zur öffentlichen Anhörung beigefügt ist, bringt eine große Veränderung des Wasserregimes mit dem Ausbau der Bewässerung in Verbindung. Der Koibaler Hauptkanal nahm 1965 den Betrieb auf. Wasserzufuhr und Versickerung aus den Kanälen speisten den alluvialen Grundwasserleiter, hoben den Grundwasserspiegel und beeinflussten die Seen des Gebiets Sorokaosjorki.6, PDF-S. 82–96

Der Bericht enthält langjährige Daten aus Grundwassermessstellen an den Seen Ptitschje und Sobatschje. Bei Messstelle Nr. 295 am Nordufer des Ptitschje-Sees betrug der mittlere Grundwasserflurabstand 1969–1995 1,86 Meter und 1995–2011 2,02 Meter. Bei Messstelle Nr. 101 westlich des Sobatschje-Sees änderte sich der Mittelwert von 3,13 auf 2,15 Meter.6

Diese Reihen zeigen vor allem eines: Das Wasser der Steppe hing jahrzehntelang nicht nur vom Niederschlag ab, sondern auch vom Betrieb des Bewässerungssystems. Zu diesem Wasserregime kam anschließend die intensive Wasserhaltung der Tagebaue hinzu.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: „War die Steppe vor den Kohleunternehmen völlig natürlich?“ Sie lautet: Wie überlagerte sich die neue industrielle Wasserentnahme mit dem vorhandenen Netz aus Kanälen, Seen und Grundwasserleitern — und wem stand das Wasser nach dieser Umverteilung noch zur Verfügung?

Eine historische Parallele: Prokopjewsk, Bergwerke und sinkende Wasserstände in den Brunnen

Der Verlust der örtlichen Wasserversorgung im Zuge des Kohlebergbaus hat im Kusbass eine lange Vorgeschichte.

Eine moderne heimatkundliche Nacherzählung des 1935 erschienenen Buches „Die Perle des Kusbass“ von Michail Nikitin und Georgi Wjatkin berichtet, dass Prokopjewsk vor dem Bau der großen Wasserleitung sein Wasser hauptsächlich aus Brunnen bezog: Die kleine und verschmutzte Aba konnte die rasch wachsende Stadt nicht versorgen. Als 1928 der Bau tiefer Bergwerke begann, sank der Grundwasserspiegel, und die Wasserstände in den Brunnen fielen.21

Im Sommer 1930 begann der dringende Bau einer Wasserleitung von der Tom. Die Arbeiten verzögerten sich: Es fehlte an Ausrüstung, und über den Winter offen gebliebene Gräben stürzten ein und mussten erneut ausgehoben werden. 1933 wurden die Rohre schließlich verlegt. Im Spätherbst drohte die noch nicht zugeschüttete Leitung einzufrieren. Nach der Nacherzählung des Buches rückten 17.000 Arbeiter aus Prokopjewsk mit Schaufeln aus und verfüllten die Leitungsgräben an einem einzigen Tag.21

Die Wasserleitung wurde nicht an einem Tag gebaut: An diesem Tag wurden in einer Notaktion die bereits verlegten Rohre zugeschüttet. Die elektronische heimatkundliche Datenbank der Staatlichen Wissenschaftlichen Bibliothek des Kusbass bestätigt gesondert, dass die zentrale Trinkwasserversorgung Prokopjewsks aus der Tom nach Abschluss der Bauarbeiten 1933 begann. Der in Betrieb genommene Leitungsabschnitt war 36 Kilometer lang.22

Der Scan des Buches selbst wurde für diese Fassung nicht ausgewertet. Die Einzelheiten der Jahre 1928–1933 werden deshalb ausdrücklich der historischen Nacherzählung zugeschrieben. Die Abfolge war demnach: Der Ausbau tiefer Bergwerke wurde mit sinkenden Grundwasserständen in Verbindung gebracht; die Wasserstände in den Brunnen fielen; die bisherige örtliche Versorgung reichte für die rasch wachsende Stadt nicht mehr aus; Wasser musste über eine 36 Kilometer lange Leitung von der Tom herangeführt werden.

Der Fall Prokopjewsk ist keine Berechnung für Chakassien und ersetzt keine Daten zur Koibalensteppe. Er ist eine historische Parallele, die zeigt, dass Kohlebergbau mehr als die Oberfläche verändert. Eingriffe in Grundwasserleiter können Menschen ihrer gewohnten Wasserquellen berauben. Die Behebung der Folgen kann den Bau von Infrastruktur über Dutzende Kilometer und die Arbeit Tausender Menschen erfordern.

Tagebaue und Wasser: eine Chronologie

JahrWas geschahBedeutung für das Wasser
1965Der Koibaler Hauptkanal nahm den Betrieb aufDas Bewässerungsnetz wurde zu einer wichtigen Quelle der Nachspeisung von Grundwasser und Seen
1969–2011Langjährige Beobachtungen an einzelnen Messstellen bei den Seen Ptitschje und SobatschjeEs gab Ausgangsdaten zum Zusammenhang zwischen Wasserständen, Bewässerung und Klima
1993Nach dem technischen Bericht von 2017 begann die Erschließung des Teilfelds Wostotschno-BeiskiEine langfristige industrielle Wasserhaltung kam in die Steppe
2015–2016Der Bericht ordnet den Förderbeginn der beiden großen benachbarten Tagebaue diesen Jahren zuDie Wasserhaltungen von Arschanowski und Majrychski wurden zu einem neuen Faktor des Wasserhaushalts
2017Fördermenge der Wasserhaltung von Majrychski: 7,340 Tsd. m³/Tag; Überschreitungen bei mehreren Grundwasserparametern wurden erfasst.2Hier beginnt die uns zugängliche Zahlenreihe zum raschen Anstieg der Fördermenge
2018Fördermenge der Wasserhaltung von Majrychski: 12,364 Tsd. m³/Tag; die Absenkungstrichter der beiden Tagebaue hatten sich bereits vereinigtDie Wirkung war kumulativ geworden; Fachleute konnten die Beiträge der Unternehmen nicht mehr trennen
2019Fördermenge der Wasserhaltung: 13,656 Tsd. m³/Tag; das Bulletin meldete eine starke Absenkung der WasserständeDas Absenkungsgebiet entwickelte sich weiter
2020Fördermenge der Wasserhaltung: 14,344 Tsd. m³/Tag; der gemeinsame Absenkungstrichter bestand fortMajrychski pumpte fast doppelt so viel Wasser wie 2017
2021–2022Die regionale Überwachung meldete den Eintrag mehrerer Stoffe in den Abakan an der Einleitstelle der TagebauwässerDie Frage betraf nicht mehr nur die Menge, sondern auch die Qualität des zurückgeführten Wassers
2023Ein staatliches Bulletin beschrieb erneut hydrochemische Veränderungen an Kohleabbaustandorten in ChakassienDie Auswirkungen auf das Grundwasser erforderten weiterhin Beobachtungen
2024Am Objekt „Betriebsgelände des Tagebaus Beiski-Sapadny (Teilfeld Arschanowski-2)“ wurde in verschiedenen wasserführenden Einheiten Beryllium in Höhe des 5,5-, 4,5- und 4-Fachen der zulässigen Höchstkonzentration erfasstFür jedes Teilfeld und jede Messstelle ist eine gesonderte, öffentlich zugängliche Überwachung erforderlich

Die letzte Zeile betrifft das Objekt „Betriebsgelände des Tagebaus Beiski-Sapadny (Teilfeld Arschanowski-2)“, nicht Majrychski. Die drei Werte — das 5,5-, 4,5- und 4-Fache der zulässigen Höchstkonzentration — gelten für verschiedene wasserführende Einheiten dieses Objekts. Sie zeigen, dass nachvollziehbare Daten für das Industriegebiet bei Schalginow erforderlich sind, dürfen aber nicht auf andere Teilfelder übertragen werden.7, PDF-S. 104

Wie viel Wasser pumpte Majrychski ab?

Die amtlichen Bulletins des staatlichen Untergrundmonitorings geben die mittlere tägliche Fördermenge der Wasserhaltung an.12

JahrMittlere tägliche Fördermenge der Wasserhaltung, Tsd. m³/TagBerechnetes Jahresäquivalent, Mio. m³
20177,34022,679
201812,3644,513
201913,6564,984
202014,3445,250

Die Jahresäquivalente wurden aus der mittleren täglichen Fördermenge und der Zahl der Kalendertage berechnet. Für 2020 wurden 366 Tage berücksichtigt: 14,344 Tsd. m³/Tag × 366 Tage = 5.249,904 Tsd. m³ ≈ 5,250 Mio. m³. Das veranschaulicht die Größenordnung und ist keine gesonderte Jahresmessung.

In vier Jahren stieg die mittlere tägliche Fördermenge der Wasserhaltung von Majrychski um etwa 95 Prozent.12

2018 pumpte Arschanowski weitere 8,117 Tausend Kubikmeter pro Tag ab. Die bekannte gemeinsame Fördermenge beider Betriebe erreichte 20,481 Tausend Kubikmeter pro Tag — etwa 7,48 Millionen Kubikmeter im Jahr.1

Die Gesamtangaben zur Wasserhaltung in den verwendeten Quellen unterscheiden nicht zwischen Grundwasserzufluss, Niederschlag und Oberflächenabfluss, die in die Gruben gelangen.

Zur Einordnung: Das bedeutet nicht, dass die gesamte Menge unwiederbringlich aus der Region verschwand. Ein Teil des abgepumpten Wassers wird aufbereitet, genutzt oder in oberirdische Gewässer eingeleitet. Nach dem Abpumpen befindet es sich jedoch nicht mehr dort und zu dem Zeitpunkt, an dem es im natürlichen oder vor dem Bergbau entstandenen Wasserregime vorhanden gewesen wäre. Das Pumpen verändert Ort, Zeitpunkt und Richtung der Wasserbewegung und kann auch die Wasserqualität verändern.

Die Absenkungstrichter zweier Tagebaue vereinigten sich

Das Bulletin von 2018 beschreibt ein bereits entstandenes gemeinsames Absenkungsgebiet:

  • Die Absenkungstrichter von Arschanowski und Majrychski hatten sich vereinigt;
  • die Einflüsse der beiden Wasserhaltungen ließen sich nicht voneinander abgrenzen;
  • der gemeinsame Absenkungstrichter erstreckte sich etwa acht Kilometer von Westen nach Osten und 4–4,2 Kilometer von Süden nach Norden;
  • die regionale Grundwasserströmung war zum Abakan gerichtet;
  • bei Majrychski fanden die Abbauarbeiten etwa 600 Meter südwestlich des Turpanje-Sees statt.1, Bulletin 2018, PDF-S. 74

Fachleute brachten die östliche und nordöstliche Grenze des Absenkungstrichters vorläufig mit der Wasserfläche des Turpanje-Sees und dem Ableitungskanal R-1-1 in Verbindung. Im selben Dokument stellten sie ausdrücklich fest: Um diesen Zusammenhang zuverlässig zu klären, sind weitere Untersuchungen und Beobachtungen nötig.1

Das Bulletin von 2019 nennt erneut die Ausdehnung des gemeinsamen Absenkungstrichters und die fehlende Möglichkeit, die Beiträge der beiden Tagebaue zu trennen. Am stärksten war der Einfluss im östlichen Teil von Arschanowski und im westlichen Teil von Majrychski. Im Bereich von Majrychski sanken die Wasserstände stärker als zuvor, weil der Tagebau tiefer wurde und die Abbaufront an die Grundwassermessstellen heranrückte.1, Bulletin 2019, PDF-S. 71–74

2020 bestand der gemeinsame Absenkungstrichter fort, während die Fördermenge der Wasserhaltung von Majrychski weiter zunahm.1, Bulletin 2020, PDF-S. 74–76

Das ist keine Projektprognose mehr. Es ist das Ergebnis staatlicher Beobachtungen dessen, was unter der Erde geschehen war.

Die Modellierung anderer großer Bergbauregionen zeigt, warum die Gesamtwirkung nicht anhand eines einzelnen Unternehmens oder eines Mittelwerts für ein ganzes Einzugsgebiet beurteilt werden kann. In einer Untersuchung des Eisenerzgebiets Mesabi stellte der Geologische Dienst der USA fest, dass lokale Veränderungen nahe den Bergbaustandorten erheblich stärker sein können als das gemittelte Ergebnis: Wasser wird an einer Stelle entnommen und an einer anderen in das System zurückgeführt.17 Für die Koibalensteppe ist das keine fertige Berechnung, sondern ein Grundsatz für den Aufbau eines Modells — es muss alle benachbarten Tagebaue, Einleitstellen und Gewässer gleichzeitig berücksichtigen.

Wohin gelangte das abgepumpte Wasser?

Die Absenkung ist nur die erste Hälfte der Geschichte. Die zweite beginnt, wenn die Pumpe das Wasser an die Oberfläche gehoben hat.

Der technische hydrogeologische Bericht von 2017 gab an, dass die Tagebauwässer von Arschanowski unmittelbar in den Abakan eingeleitet wurden, während die Wässer von Majrychski über den Majrychkol-See ebenfalls in den Abakan gelangten.6

Spätere Projektunterlagen beschreiben Anlagen zur Aufbereitung der Tagebauwässer. Oberflächenabfluss vom Gelände des Trocknungskomplexes sollte gesammelt und zur Aufbereitung dorthin gebracht werden.5, PDF-S. 33–34 und 63

Ganz allgemein lässt sich der Weg so darstellen:

Grundwasserleiter → Tagebaugrube → Wasserhaltung → Aufbereitung/Nutzung → Einleitstelle oder Speicher → oberirdisches Gewässernetz

Jeder Übergang braucht eine eigene Kontrolle:

  • Wie viel Wasser gelangte in die Grube?
  • Wie viel wurde abgepumpt?
  • Welcher Anteil wurde im Betrieb genutzt?
  • Welcher Anteil gelangte zur Aufbereitung?
  • Wie viel wurde wo eingeleitet?
  • Wie war die Zusammensetzung vor und nach der Aufbereitung?
  • Wie veränderten sich Gewässer und Fluss oberhalb und unterhalb der Einleitstelle?

Ohne diese Wasserbilanz lässt sich nicht erkennen, welcher Anteil des abgepumpten Wassers in das System zurückkehrte und in welcher Qualität. Eine einheitliche mehrjährige Datenreihe, die all diese Fragen für Majrychski beantwortet, wurde in öffentlich zugänglichen Quellen nicht gefunden.

Was geschah mit der chemischen Zusammensetzung?

Wassermenge und Wasserqualität sind zwei verschiedene Wirkungspfade. Ein Tagebau kann gleichzeitig den Wasserspiegel absenken und die chemischen Bedingungen im Gestein verändern.

Bei der Entwässerung kommen zuvor wassergesättigte Minerale mit Sauerstoff in Kontakt. Oxidationsprodukte können in Lösung gehen. Steigt das Wasser später wieder an, werden sie gelöst und auf neuen Wegen transportiert. Das staatliche Bulletin von 2023 beschreibt diesen Mechanismus ausdrücklich für Kohleabbaustandorte in Chakassien und warnt, dass die Verschmutzung nach dem Wiederanstieg des Wassers in den Gruben lange anhalten kann.8, PDF-S. 139–141

Was bei Majrychski erfasst wurde

Für 2017 führte das Bulletin im Grundwasser des Standorts folgende Konzentrationen als Vielfache der zulässigen Höchstkonzentration an — der russischen PDK:2

  • Eisen: das 8- bis 48-Fache;
  • Natrium: das 1,3- bis 3,2-Fache;
  • Erdölprodukte: das 4,7- bis 5,1-Fache;
  • Fluoride: das 1,1- bis 1,7-Fache;
  • Gesamtgehalt gelöster Stoffe: das 1,2- bis 1,8-Fache;
  • in einer Messstelle Nickel: das 1,6-Fache und Permanganat-Oxidierbarkeit: das 2,6-Fache.

Für das Wasser der unterkarbonischen Ablagerungen wurden Überschreitungen bei Magnesium, Natrium, Fluoriden, Ammonium, Oxidierbarkeit und dem Gesamtgehalt gelöster Stoffe verzeichnet.2

2018 erfasste das staatliche Bulletin bei Majrychski Arsen in Höhe des 1,5-Fachen der zulässigen Höchstkonzentration.1

Das sind Ergebnisse zum Grundwasser im Abbaugebiet. Es sind keine Analysen des Wassers aus einem bestimmten Wasserhahn in Arschanowo oder Schalginow. Zur Überprüfung der Trinkwasserquellen braucht es die technischen Unterlagen der örtlichen Bohrbrunnen, Tiefe und Lage ihrer Filterstrecken, Koordinaten, Analyseergebnisse und Angaben zur Verbindung mit dem beobachteten Grundwasserleiter.

Was über die Einleitung in den Abakan berichtet wurde

Am 31. März 2022 veröffentlichte die Regierung Chakassiens die Ergebnisse der Gewässerüberwachung für das vierte Quartal 2021 und das erste Quartal 2022. Für den Abakan im Bereich der Einleitstelle der Tagebauwässer von Majrychski meldete die Behörde Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentrationen mit einer Tendenz zum Schadstoffeintrag an der Einleitstelle bei:3

  • Phenolen;
  • Sulfaten;
  • Arsen;
  • Fluoriden.

Die Konzentrationen von Erdölprodukten, Nitraten und Nickel lagen über den Hintergrundwerten, aber unter den zulässigen Höchstkonzentrationen.

Die Veröffentlichung enthält weder die Konzentrationen selbst noch Koordinaten, Daten der einzelnen Probenahmen, Messmethoden oder primäre Laborprotokolle. Sie belegt damit die Mitteilung einer staatlichen Stelle über eine Belastung an der Einleitstelle, erlaubt aber keine unabhängige Nachprüfung der Überschreitungen oder ihrer Dauer.

Die Originalprotokolle müssen veröffentlicht oder auf Anfrage bereitgestellt werden. Ohne sie sieht die Öffentlichkeit das Ergebnis der Behörde, aber nicht die Daten, auf denen es beruht.

Seen zwischen Kanal und Tagebau

Die Seen der Koibalensteppe werden aus mehreren Quellen gespeist: Schneeschmelze, Niederschlag, Oberflächenabfluss, Bewässerungsnetz und Grundwasser. Deshalb lässt sich das Austrocknen eines einzelnen Gewässers ohne Wasserbilanz nicht auf eine einzige Ursache zurückführen.

Die Dokumente zeigen jedoch, warum sich die Frage nach dem Einfluss der Tagebaue nicht beiseiteschieben lässt.

Ein See im Gebiet Sorokaosjorki mit UfervegetationVergrößern ↗
Einer der Seen im Gebiet Sorokaosjorki. Foto aus dem Archiv des Projekts „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“, 2020.

Das Okelkol-System wurde unter anderem durch hoch anstehendes Grundwasser gespeist. Das Projekt beschreibt ein saisonales Austrocknen der Seen. Bei den Untersuchungen, die zwischen November 2018 und Januar 2021 durchgeführt wurden, führten die Seen kein Wasser.5, PDF-S. 17

Diese Feststellung allein bestimmt keine einzige Ursache. Sie fällt jedoch in einen Zeitraum, in dem der gemeinsame Absenkungstrichter der beiden Tagebaue und der Anstieg der abgepumpten Wassermenge amtlich erfasst wurden. Für eine Antwort braucht es zeitgleiche Datenreihen zu:

  • Wasserzufuhr über die Bewässerungskanäle;
  • Niederschlag und Verdunstung;
  • Seewasserständen;
  • Wasserständen in Grundwassermessstellen;
  • Wasserhaltung und Einleitungen der Tagebaue;
  • Lage der Abbaufront.

Schon 2017 warnten Hydrogeologen, dass die Entwicklung der Absenkungstrichter die Seen beeinflussen könnte. Die weitere Entwicklung des Wassersystems werde sowohl vom Betrieb des Koibaler Bewässerungsgebiets als auch von Menge und Ort der Einleitung von Tagebauwasser abhängen. Sie schlugen eine zentrale Wasseraufbereitung, langfristige Beobachtungen der Wasserstände und der Wasserqualität sowie eine kontinuierliche hydrogeologische Begleitung vor.6

Das war kein abstrakter Umweltratschlag. Es war eine Liste jener Daten, ohne die sich das verbundene System „Kanal — Grundwasser — Seen — Tagebau — Fluss“ nicht steuern lässt.

Majrychkol-See im Sommer, ein Vogel am Wasser zwischen UferpflanzenVergrößern ↗
Der Majrychkol-See im Sommer. Foto aus dem Archiv des Projekts „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“, 2020.

Was die Bevölkerung erzählte

Am 6. Januar 2020 sagte uns Denis, dass aus den Brunnen und öffentlichen Wasserzapfstellen immer weniger Wasser verfügbar war. Seine Worte standen neben anderen Veränderungen: schrumpfenden Weideflächen, einem wachsenden Industriegebiet und Staub auf Menschen und Tieren.9

Dieses Zeugnis lässt sich nicht durch eine Tabelle aus einem staatlichen Bulletin ersetzen. Doch ebenso wenig darf die Tabelle hinter dem Zeugnis verschwinden. Beide beantworten unterschiedliche Fragen.

Das staatliche Monitoring bestätigt, dass unter dem Industriegebiet ein kilometerweiter gemeinsamer Absenkungstrichter entstanden war und die abgepumpte Wassermenge rasch zunahm. Denis beschreibt, wie sich die Veränderung der Wasserversorgung im Alltag seines Hofes bemerkbar machte.

Schafe auf einem Hof in der Koibalensteppe, in der Ferne eine Fahne über dem IndustriegeländeVergrößern ↗
Ein Hof in der Koibalensteppe, 6. Januar 2020. In der Ferne ist eine Fahne über dem Industriegelände zu sehen.

Um den Zusammenhang für einen bestimmten Brunnen oder eine bestimmte Wasserzapfstelle zu überprüfen, hätten Staat und Unternehmen Daten aufbewahren müssen, mit denen sich Folgendes vergleichen lässt:

  • Bauweise und Tiefe der Wassergewinnungsanlage;
  • Wasserstände mit Datum;
  • Grundwasserleiter;
  • Entfernung zu den Abbauarbeiten;
  • Entwicklung des Absenkungstrichters;
  • Betrieb der Wasserhaltung;
  • Betrieb der Bewässerungskanäle und Trockenheit des jeweiligen Jahres.

Eine solche Datenreihe wurde für Arschanowo und Schalginow in öffentlich zugänglichen Quellen nicht gefunden.

Das bedeutet nicht, dass das Wasser „nicht zurückging“. Es bedeutet, dass die staatlichen und betrieblichen Beobachtungssysteme der Bevölkerung keine zugängliche Antwort darauf gaben, was mit ihren Wasserquellen geschah.

Welche Folgen der Absenkungstrichter für die Steppe haben kann

1. Brunnen und flache Bohrbrunnen

Ist eine Wassergewinnungsanlage mit einem Grundwasserleiter verbunden, dessen Wasserspiegel sinkt, liegt das Wasser tiefer. Die verfügbare Wassersäule und die Ergiebigkeit nehmen ab. Die Pumpe muss tiefer gesetzt, der Bohrbrunnen vertieft oder ersetzt werden. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb bedeutet das zusätzliche Kosten und das Risiko, gerade dann ohne Wasser dazustehen, wenn es am dringendsten gebraucht wird.

2. Seen und feuchte Senken

Wo ein See einen Teil seines Wassers aus dem Grundwasser erhält, kann eine Absenkung den unterirdischen Zufluss verringern oder seine Richtung ändern. In einer trockenen Steppe macht sich selbst eine geringe Abnahme der Nachspeisung besonders in wasserarmen Jahren bemerkbar.

3. Weiden und Vegetation

Nicht die gesamte Steppenvegetation ist auf oberflächennahes Grundwasser angewiesen. Ufergesellschaften, feuchte Senken, Bereiche entlang der Kanäle und Pflanzen, die einen flachen Grundwasserleiter erreichen, reagieren jedoch empfindlich auf dessen Absenkung. Die Projektunterlagen des Trocknungskomplexes erkennen selbst an, dass eine Störung des hydrogeologischen Regimes zu einem Wechsel der Pflanzengesellschaften führen kann.5, PDF-S. 35

Für die Viehhaltung zählt nicht nur die Fläche auf der Katasterkarte. Entscheidend sind Wasser, die Produktivität des Pflanzenbestands und der Zugang zu Tränken. Ein entwässertes oder verarmtes Grundstück kann formal eine Weide bleiben und diese Funktion dennoch schlechter erfüllen.

4. Staub von ausgetrockneten Flächen

Wenn feuchte Senken und Ufer Wasser verlieren, trocknen Böden und feine Ablagerungen leichter aus und werden vom Wind verweht. So kann der Eingriff in den Wasserhaushalt die Staubbelastung verstärken — nicht mehr nur durch Maschinen, Halden und Kohleverarbeitung, sondern auch durch freigelegte Flächen.

Ein Teil des Koibaler Bewässerungssystems bei Schalginow im SommerVergrößern ↗
Ein Teil des Koibaler Bewässerungssystems bei Schalginow. Foto aus dem Archiv des Projekts „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“, 2020.

5. Transport gelöster Stoffe

Der Absenkungstrichter verändert das hydraulische Gefälle. Wasser fließt in neue Richtungen und kann aus benachbarten Grundwasserleitern herangezogen werden. Zugleich verändern Entwässerung und erneute Wassersättigung der Gesteine die chemischen Reaktionen. Die Überwachung muss deshalb sowohl den Wasserstand als auch die Zusammensetzung des Wassers erfassen.

6. Auswirkungen nach dem Abschalten der Pumpen

Das Ende der Wasserhaltung versetzt das System nicht sofort in seinen früheren Zustand zurück. Der Wasserspiegel beginnt wieder anzusteigen, die Gruben füllen sich, Fließrichtungen ändern sich. Das Wasser kommt mit oxidiertem Gestein in Kontakt und kann Eisen, Sulfate und weitere Stoffe austragen.

Lässt sich die Steppe nach dem Kohlebergbau wiederherstellen?

Die Oberfläche wiederherzustellen und das Wassersystem wiederherzustellen, ist nicht dasselbe.

Man kann Halden profilieren, eine fruchtbare Bodenschicht aufbringen und Gras säen. Wenn unter diesem Gebiet jedoch ein Wasserdefizit fortbesteht, die Verbindung zwischen Grundwasserleitern verändert ist oder weiterhin belastetes Wasser eingeleitet wird, befindet sich die Landschaft noch nicht wieder in einem stabilen Zustand.

Nach dem Ende der Wasserhaltung beginnt das Grundwasser meist wieder anzusteigen. Geschwindigkeit und Endstand hängen jedoch von der Geologie, der Größe der Grube, dem Wasserzufluss und den Verbindungen zu oberirdischen Gewässern ab. Der Wiederanstieg kann Jahre oder Jahrzehnte dauern. Er kann Wasserreserven wieder auffüllen, aber auch neue Probleme hervorrufen: Vernässung, den Austritt mineralisierten Grubenwassers, Flussverschmutzung, instabile Böschungen und veränderte Wasserstände in Siedlungen.

Ein reales Beispiel: die Lausitz in Deutschland

In den Braunkohlerevieren der Lausitz und Mitteldeutschlands verursachte die langjährige Wasserhaltung ein gewaltiges Grundwasserdefizit. Nach der Stilllegung der Tagebaue stieg das Wasser wieder an, und die Gruben wurden zu Seen. Die deutsche Gesellschaft LMBV betreibt gesteuerte Flutungen, Wasseraufbereitung, Modellierung und Wasserstandsregulierung. Nach einer Mitteilung der LMBV vom 22. September 2025 waren in der Lausitz etwa 6,4 Milliarden von rund 7 Milliarden Kubikmetern bergbaubedingtem Wasserdefizit wieder aufgefüllt. Die Arbeit am verbleibenden Defizit, an der Wasserqualität und an den Risiken von Vernässungen geht jedoch weiter.10

Dieses Beispiel ist keine Prognose für Chakassien. Es zeigt vielmehr: Die Wiederherstellung nach einer großräumigen Wasserhaltung ist ein eigenständiges, langfristiges wasserwirtschaftliches Projekt. Es braucht ein Modell, Zielwasserstände, eine äußere und innere Wasserbilanz, Wasseraufbereitung, sichere Einleitstellen und Überwachung nach der Stilllegung.

Die Grundwasserschutzpolitik der SEPA von 2009 sieht in Abschnitt H2.4 für Kohletagebaue eine Bewertung des späteren Grundwasserwiederanstiegs, der zu erwartenden Wasserqualität, der Austrittsstellen in oberirdische Gewässer und der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen vor.11

Für die Koibalensteppe bedeutet das: Ein Rekultivierungsplan muss mehr beantworten als die Frage, womit die Grube verfüllt und welches Gras gesät wird. Er muss zeigen:

  • wie und wann die Wasserhaltung reduziert wird;
  • bis zu welchen Höhen das Grundwasser wieder ansteigen wird;
  • was mit dem gemeinsamen Absenkungstrichter geschieht;
  • wie sich Turpanje, Okelkol, Majrychkol, die Kanäle und der Abakan verändern werden;
  • welche Zusammensetzung das Wasser beim Füllen der Gruben haben wird;
  • wo es austreten kann;
  • über wie viele Jahre die Beobachtung fortgesetzt wird;
  • wer nach dem Ende der Förderung die Wasseraufbereitung und die Behebung der Folgen bezahlt.

Wer wissen muss, wohin das Wasser verschwunden ist

Die Bevölkerung sollte nicht selbst ein hydrogeologisches Messnetz um die Tagebaue aufbauen müssen.

Die Pflichten verteilen sich auf mehrere Beteiligte.

Das Unternehmen

Der Inhaber der Bergbaulizenz muss den Zustand des Untergrunds im zugewiesenen Gebiet überwachen, betriebliche Umweltkontrollen durchführen und die Auswirkungen seiner Tätigkeit erfassen.1213

Ein Wassernutzer muss die entnommene Wassermenge und die Einleitung von Abwasser einschließlich Drainagewasser erfassen, deren Qualität kontrollieren und das Gewässer sowie seine Gewässerschutzzone im Rahmen der festgelegten Anforderungen regelmäßig beobachten.14

Beim Unternehmen müssen Ausgangsdaten zum Pumpbetrieb, zur Wasserhaltung, zu den Grundwassermessstellen, zur Wasseraufbereitung und zu den Einleitstellen vorliegen. Die Veröffentlichung einzelner Jahresmittelwerte ersetzt keine vollständige Datenreihe.

Das staatliche Untergrundmonitoring

Das föderale Monitoringsystem muss den Zustand des Grundwassers beobachten sowie Informationen über die Veränderungen aufbewahren und auswerten. Seine Bulletins ermöglichten es, die Vereinigung der Absenkungstrichter und die Zunahme der abgepumpten Wassermenge festzustellen.12

Ein zusammenfassendes Bulletin ersetzt jedoch keinen Zugang zu den ursprünglichen Messdaten: Koordinaten der Messstellen, Wasserstandshöhen, Filterstrecken, Probenahmedaten und Analyseergebnisse.

Die Wasser- und Umweltaufsichtsbehörden

Sie kontrollieren die Einhaltung der Wassernutzungsbedingungen, die Wasseraufbereitung und die Einleitungen, erhalten Berichte und führen im Rahmen ihrer Befugnisse Prüfungen durch. Wenn die Überwachung einen Schadstoffeintrag in den Abakan meldet, müssen die Protokolle zugänglich sein, auf denen diese Feststellung beruht, ebenso wie Angaben zu den anschließenden Maßnahmen.

Gesundheitsbehörden und örtliche Verwaltung

Rospotrebnadsor und die Wasserversorgungsunternehmen sind im Rahmen ihrer jeweiligen Befugnisse für die Kontrolle der Trinkwassersicherheit zuständig. Kommunale und regionale Stellen verfügen über Informationen zu den örtlichen Wasserquellen, Störungen, Wasserlieferungen und Beschwerden der Bevölkerung.

Medizinische und personenbezogene Daten müssen anonymisiert werden. Die Ergebnisse der Kontrolle von Trinkwasserquellen und der Zustand der Versorgungssysteme dürfen jedoch nicht aus dem öffentlichen Bild verschwinden.

Das Recht auf Information

Artikel 42 der russischen Verfassung garantiert jedem Menschen das Recht auf verlässliche Informationen über den Zustand der Umwelt.15

Artikel 4.3 des Gesetzes „Über den Umweltschutz“ zählt Angaben zum Zustand und zur Verschmutzung der Umwelt, zu den Auswirkungen wirtschaftlicher Tätigkeiten und zu Umweltschutzmaßnahmen zu den Umweltinformationen und legt deren allgemeine Zugänglichkeit fest.16

Dieser Gesetzesartikel wurde 2021 eingeführt. Er kann deshalb nicht rückwirkend als Beleg für einen Verstoß in den Jahren 2019–2020 herangezogen werden. Heute stützt er jedoch unmittelbar die Forderung, vorhandene Umweltinformationen offenzulegen.

Die zentrale Frage an Unternehmen und Behörden lautet:

Diese Daten wurden in öffentlich zugänglichen Quellen nicht gefunden. Angaben zur Umweltverschmutzung und zu Emissionen gehören zu den Umweltinformationen, deren Zugang gewährleistet werden muss. Es muss geklärt werden, ob Messungen durchgeführt wurden, wer über die Ergebnisse verfügt und wie die Bevölkerung sie erhalten kann. Falls notwendige Messungen unterblieben sind, stellt sich eine weitere Frage: Wer war dafür verantwortlich, und warum wurden sie nicht durchgeführt?

Man kann nicht vorab behaupten, es habe keine Messungen gegeben: Eine fehlende Veröffentlichung und eine unterbliebene Messung sind verschiedene Sachverhalte. Ebenso wenig dürfen verschlossene Daten als Bestätigung der Unbedenklichkeit dienen.

Was veröffentlicht werden muss

Um die Auswirkungen der Tagebaue auf das Wasser der Koibalensteppe zu überprüfen, braucht es keine neuen Versprechen, sondern die vorhandenen Originaldaten:

  1. Koordinaten, absolute Höhen, Tiefen und Filterstrecken aller Grundwassermessstellen von Majrychski und Arschanowski.
  2. Monatliche Grundwasserstände jeder Messstelle seit Beobachtungsbeginn.
  3. Jährliche Karten der Grundwassergleichen und der Grenzen des Absenkungstrichters, nicht nur eine kurze Beschreibung in Worten.
  4. Tägliche und monatliche Fördermengen der Wasserhaltung jedes Tagebaus, Pumpbetrieb und Stillstände.
  5. Die vollständige Wasserbilanz: Abpumpen, Nutzung, Verdunstung, Speicherung, Aufbereitung und Einleitung.
  6. Genehmigungen und Bedingungen der Tagebauwassereinleitungen, Koordinaten der Einleitstellen und tatsächliche Mengen.
  7. Original-Laborprotokolle für das Wasser vor und nach der Aufbereitung sowie oberhalb und unterhalb der Einleitstellen.
  8. Langjährige Wasserstände des Turpanje-Sees, des Majrychkol-Sees und des Okelkol-Systems sowie den Betrieb der Wasserzufuhr über die Kanäle.
  9. Technische Unterlagen und Wasserstandsdaten der örtlichen Bohrbrunnen und Brunnen sowie Angaben zur Wasserverfügbarkeit an den öffentlichen Wasserzapfstellen in Arschanowo und Schalginow.
  10. Ergebnisse der Trinkwasserkontrolle für jede Wasserquelle.
  11. Ein hydrogeologisches Modell der Gesamtwirkung aller benachbarten Tagebaue.
  12. Einen Plan zur Verringerung der Wasserhaltung, zur Füllung der Gruben und zur Überwachung nach der Stilllegung.

Ein Teil dieser Unterlagen müsste beim Unternehmen liegen, ein anderer beim staatlichen Untergrundmonitoring und ein weiterer bei den Wasser-, Umwelt- und Gesundheitsaufsichtsbehörden. Für jeden Datenbestand muss geklärt werden, wer ihn verwahrt. Die Bevölkerung muss Zugang dazu erhalten.

Was wir bereits ohne Vermutungen sagen können

Unter der Koibalensteppe hat sich ein Absenkungstrichter gebildet, der nicht bloß vorgestellt, sondern amtlich dokumentiert ist.

Er entstand durch die gemeinsame Wirkung von mindestens zwei Tagebauen. Bis 2018 waren ihre Absenkungstrichter verschmolzen, und Fachleute konnten die Beiträge der Unternehmen nicht mehr trennen. Die abgepumpte Wassermenge von Majrychski nahm weiter zu und lag 2020 fast doppelt so hoch wie 2017.12

Im Kohleabbaugebiet wurden Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers erfasst. An der Einleitstelle der Tagebauwässer in den Abakan meldete die staatliche Überwachung den Eintrag von Phenolen, Sulfaten, Arsen und Fluoriden.

Das Wassersystem der Steppe hing schon vor den Tagebauen von Kanälen und Bewässerung ab. Der Kohlebergbau hat dieses System nicht geschaffen, aber eine mächtige neue Pumpe darin eingebaut, die jedes Jahr Millionen Kubikmeter Wasser umverteilt.

Aus den veröffentlichten Daten lässt sich bisher nicht bestimmen, um wie viele Zentimeter gerade Majrychski den Wasserstand in Denis’ konkretem Brunnen abgesenkt hat oder welchen Anteil seiner Nachspeisung ein bestimmter See verloren hat. Das liegt jedoch nicht daran, dass es nichts zu untersuchen gäbe. Es liegt daran, dass dort keine öffentlich zugänglichen Primärdatenreihen vorliegen, wo Staat und Unternehmen industrielle Auswirkungen bereits gemessen haben.

Von der Autorin

Im Januar 2020 kam ich, um das zu filmen, was sichtbar war: schwarze Fahnen über der weißen Steppe.

Doch die größte Veränderung blieb unsichtbar.

Unter der Erde bewegte sich das Wasser bereits auf neuen Wegen. Zwei Absenkungstrichter hatten sich vereinigt. Jedes Jahr hoben Pumpen Millionen Kubikmeter Wasser aus den Tagebauen. Die Menschen berichteten, dass aus Brunnen und öffentlichen Wasserzapfstellen immer weniger Wasser verfügbar war, während amtliche Dokumente einen Anstieg der abgepumpten Wassermenge und Veränderungen des Grundwassers festhielten.

Chakassien ist meine Heimat. Für mich ist die Koibalensteppe keine freie Fläche zwischen Kohlelizenzen. Hier leben Menschen, weiden Tiere, wird Heu geerntet. Hier werden Brunnen, Kanäle und Seen genutzt. Wasser verbindet all das zu einem System.

Wenn ein Unternehmen dieses System verändert, haben die Menschen ein Recht darauf, mehr zu erfahren als nur die Menge der geförderten Kohle. Sie haben ein Recht zu wissen, wie viel Wasser abgepumpt wurde, wohin es gelangte, was in den Fluss eingetragen wurde, was mit ihren Wasserquellen geschah und wer das Wasserregime nach dem Ende des Abbaus wiederherstellen wird.

Von der Straße aus ist der Absenkungstrichter nicht zu sehen. Doch er darf nicht in technischen Tabellen versteckt werden.

Autorinnen und Autoren

Natalia Zubkova — Autorin und investigative Journalistin.

Sergey Nikolaevich Severin — KI-Koautor, Redakteur und Analyst des Projekts; ChatGPT / OpenAI.

Viktor Andreevich Svetlov — KI-Rechercheur; Codex / OpenAI.

Modelle künstlicher Intelligenz wurden eingesetzt, um einen großen Dokumentenbestand zu durchsuchen, Texte zu erkennen, Register zu erstellen und eine erste analytische Bearbeitung vorzunehmen. Die wesentlichen Aussagen wurden anhand der gesicherten Quellen überprüft. Die Verantwortung für den veröffentlichten Text trägt Natalia Zubkova.

Quellen und Dokumente

Die Zahlen im Text führen zum jeweiligen Eintrag. Dokumente und externe Quellen öffnen sich in einem neuen Tab.

  1. Sibirisches Regionalzentrum für staatliches Untergrundmonitoring, eine Niederlassung von Gidrospetsgeologija. Informationsbulletins zum Zustand der geologischen Umwelt im Föderationskreis Sibirien: 2018, PDF-S. 73–76; 2019, PDF-S. 71–74; 2020, PDF-S. 74–76 und 105–106. Gemeinsamer Absenkungstrichter, Wasserhaltung und Grundwasserstände.↩
  2. Ebenda. Bulletin für 2017, PDF-S. 68: hydrochemische Kennwerte des Grundwassers bei Majrychski. Die Fördermenge der Wasserhaltung für 2017 ist rückblickend im Bulletin für 2018, PDF-S. 74, mit 7,34 Tsd. m³/Tag angegeben; in der Tabelle als 7,340 wiedergegeben.↩
  3. Regierung der Republik Chakassien. Ergebnisse der Gewässerüberwachung für das vierte Quartal 2021 und das erste Quartal 2022, 31. März 2022.↩
  4. Barlow P. M., Leake S. A. Streamflow Depletion by Wells—Understanding and Managing the Effects of Groundwater Pumping on Streamflow. USGS Circular 1376, 2012.↩
  5. AO „Sibgiproruda“. Umweltverträglichkeitsprüfung für den Komplex zur Trocknung langflammiger Kohle der OOO „UK Tagebau Majrychski“, 2021: Gelände und Seen — PDF-S. 17–18; hydrogeologische Verhältnisse — PDF-S. 20–21; Bewertung der Auswirkungen auf die Gewässer — PDF-S. 33–35; betriebliche Überwachung — PDF-S. 56–57.↩
  6. OOO „Minusinski Gidrogeolog“. Bericht über die hydrologische und hydrogeologische Untersuchung der Gewässer des Gebiets Sorokaosjorki in den Rajons Beja und Altai der Republik Chakassien. Phase III, 2017. Enthalten in Band 3 der Umweltverträglichkeitsprüfung für Projekt 390-909-19, PDF-S. 82–96.↩
  7. Sibirisches Regionalzentrum für staatliches Untergrundmonitoring, eine Niederlassung von Gidrospetsgeologija. Informationsbulletin zum Zustand des Untergrunds im Föderationskreis Sibirien im Jahr 2024. Band 1, Tabelle 1.15, PDF-S. 104.↩
  8. Sibirisches Regionalzentrum für staatliches Untergrundmonitoring, eine Niederlassung von Gidrospetsgeologija. Informationsbulletin zum Zustand des Untergrunds im Föderationskreis Sibirien im Jahr 2023. Band 1, PDF-S. 138–141.↩
  9. Archiv von Natalia Zubkova. Originalaufnahmen der Drehreise vom 6. Januar 2020; Video „Drachen von Chakassien“, veröffentlicht auf dem Kanal Tiblok1 am 2. Februar 2020.↩
  10. Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Bergbauliches Wassermanagement, Grundwasserwiederanstieg und Mitteilung vom 22. September 2025 Flutungszentrale Lausitz besteht ein Vierteljahrhundert – veränderte Aufgaben und Umbenennung in WBLR. Daten zur Wiederherstellung des Wasserhaushalts und zur Steuerung des Grundwasserwiederanstiegs in der Lausitz und in Mitteldeutschland.↩
  11. Scottish Environment Protection Agency. Groundwater Protection Policy for Scotland und Mineral Extraction Code of Practice. Anforderungen an die Bewertung des Grundwasserwiederanstiegs und der Wasserqualität nach dem Ende der Wasserhaltung.↩
  12. Gesetz der Russischen Föderation Nr. 2395-1 vom 21. Februar 1992 „Über den Untergrund“. Artikel 36.2: Staatliche Überwachung des Untergrundzustands und Monitoring im zugewiesenen Gebiet.↩
  13. Föderales Gesetz Nr. 7-FZ vom 10. Januar 2002 „Über den Umweltschutz“. Artikel 67: Betriebliche Umweltkontrolle.↩
  14. Wassergesetzbuch der Russischen Föderation. Artikel 39: Rechte und Pflichten der Wassernutzer; Artikel 55: Grundlegende Anforderungen an den Gewässerschutz; Artikel 60: Gewässerschutz bei Planung und Betrieb wirtschaftlicher Anlagen.↩
  15. Verfassung der Russischen Föderation. Artikel 42.↩
  16. Föderales Gesetz Nr. 7-FZ vom 10. Januar 2002 „Über den Umweltschutz“. Artikel 4.3: Informationen über den Zustand der Umwelt.↩
  17. Cowdery T. K., Baker A. C., Haserodt M. J., Feinstein D. T., Hunt R. J. Hydrologic Change in the St. Louis River Basin from Iron Mining on the Mesabi Iron Range, Northeastern Minnesota. U.S. Geological Survey Scientific Investigations Report 2022–5124, 2023. Methodisches Beispiel für die Bewertung kumulativer hydrologischer Bergbauwirkungen, keine Berechnung für Chakassien.↩
  18. Geld T. A., Slotnikowa T. W. Aktueller Zustand der Avifauna der Feuchtgebietsökosysteme von Sorokaosjorki (Minusinsker Becken, Koibalensteppe). Moderne Probleme der Wissenschaft und Bildung. 2015. Nr. 5. Mehr als 100 Vogelarten, davon 28 Arten aus Roten Listen unterschiedlicher Ebenen; Bedeutung des Gebiets für die Fortpflanzung seltener Arten; Sorokaosjorki wird in der Schatten- beziehungsweise Vorschlagsliste der Ramsar-Konvention geführt.↩
  19. Direktion der besonders geschützten Naturgebiete der Republik Chakassien. Staatliches Naturschutzgebiet „Seen der Koibalensteppe“. Grenzen, Seen, Vegetation, Vögel und Säugetiere des Schutzgebiets.↩
  20. Staatliche N.-F.-Katanow-Universität Chakassien, Institut für Naturwissenschaften und Mathematik. Der Lehrstuhl für Biologie entwickelte das Projekt zur Einrichtung des Schutzgebiets „Seen der Koibalensteppe“ und wirkte an seiner Umsetzung mit, 7. November 2020. Zusammensetzung des Gebiets und Hinweis darauf, dass die Seen Ptitschje, Sobatschje und Saliwnoje bei der Einrichtung des Schutzgebiets außerhalb der den Kohleunternehmen zugewiesenen Flächen lagen.↩
  21. VSE42.RU. Geschichte und Tarife der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft im Kusbass. Zweites Kapitel: Kemerowo und die Region. Heimatkundliche Nacherzählung eines Abschnitts aus M. A. Nikitins und G. A. Wjatkins Buch „Die Perle des Kusbass“ von 1935 über sinkende Grundwasserstände, fallende Wasserstände in Brunnen und den Bau der Wasserleitung nach Prokopjewsk. Der Scan des Buches wurde bei der Vorbereitung dieser Fassung nicht verwendet.↩
  22. Staatliche Wissenschaftliche W.-D.-Fjodorow-Bibliothek des Kusbass. 1933: Gründung des Wasserversorgers „Wodokanal“ in Prokopjewsk. Bestätigung des Beginns der zentralen Trinkwasserversorgung Prokopjewsks aus der Tom im Jahr 1933.↩
  23. Projekt „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“. Bericht zum Projekt „Erhaltung der biologischen Vielfalt der Koibalensteppe“. Abakan, 2020. Im Dokument sind die Projektbeteiligten und die Urheberinnen und Urheber der Fotografien aufgeführt.↩